“Die Wiesn-Besuche mit der Mannschaft waren überragend”

10 Okt

Interview mit Philipp Niggl und Nino Nicotra vom 10. Oktober 2010 (Quelle: ESV-Dahoam)

6,4 Millionen Menschen besuchten die Jubiläums-Wiesn 2010 – 700.000 mehr als im Vorjahr. Sieben Millionen Maß Bier wurden getrunken. Ein Großteil des Gerstensaftes floss durch blauweiße ESV-Kehlen. Stellvertretend für unsere zahlreichen Wiesn-Fans hat sich ESV-Dahoam mit Nino Nicotra und Philipp Niggl über das Oktoberfest aber auch über die ESV-Wiesn-Krise unterhalten.

nino wiesn 2010ESV-Dahoam: Hallo Nino! Hallo Philipp! Die Jubiläums-Wiesn gut überstanden?
Nino Nicotra: Mehr oder weniger. Sonntag und Montag haben mir noch mal komplett den Rest gegeben.
Philipp Niggl: Selbstverständlich. Die Wiesn’n-Besuche mit der Mannschaft waren allesamt überragend. Da hat man einfach gesehen, dass wir uns alle super untereinander verstehen und das ist meiner Meinung nach das Allerwichtigste.

ESV-Dahoam: In welchen Zelt waren die meisten ESVler zu finden?
Nino Nicotra: Eindeutig im Hacker. Da konnte man nicht umfallen ohne das man auf einen ESVler gefallen wäre.
Philipp Niggl: Definitiv im Hacker-Festzelt. Was aber letztlich auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass der einzigartige Hackermacker, alias Markus Laube, dort regiert.

ESV-Dahoam: Wo war die beste Stimmung?
Nino Nicotra: Für mich klar im Hacker und Schottenhamel. Aber nach der vierten Maß hätt ich wahrscheinlich die Stimmung in der Entenbraterei auch als gut empfunden.
Philipp Niggl: Wo der ESV auftaucht ist generell die beste Stimmung.

ESV-Dahoam: Was schmeckt noch besser als eine frische Wiesn-Maß?
Nino Nicotra: Die ein oder andere Runde Sambuca mit Simon und Philipp in der 089-Bar.  Philipp Niggl: Nix auf der Welt!

ESV-Dahoam: Wilde Maus, Fünfer-Looping, Teufelsrad? Werden solche Fahrgeschäfte auch besucht, oder geht’s immer direkt zur Quelle?
Nino Nicotra: Als Student hat man wenig Geld was dann auch auf der Wiesn zu 100% in Bier umgesetzt werden muss.
Philipp Niggl: Fahrgeschäfte gehören auf alle Fälle dazu. Ohne meine jährliche Dosis Zugspitzbahn verlasse ich die Wiesn nie!

ESV-Dahoam: After-Wiesn: Welche Location kannst Du empfehlen?
Nino Nicotra: Der Klassiker: Käfer und dann in die 089.
Philipp Niggl: Als After-Wiesn Location ist die 089-Bar auf alle Fälle zu empfehlen. Aber der ein oder andere Abend klang auch gemütlich im Domizil des Herren Kunz aus – was inzwischen ein echter Klassiker ist!

ESV-Dahoam: Wie lange braucht man eigentlich, um sich von zwei Wochen Oktoberfest zu erholen?
Nino Nicotra: Spätestens in einem Jahr bin ich wieder voll regeneriert.
Philipp Niggl: Ach, in meinem Alter ist das noch kein Problem. Mit zarten 21 hält sich die Regenerationszeit in Grenzen.

ESV-Dahoam: Zum Ernst der Lage: An den drei Wiesn-Wochenenden gab es jeweils empfindliche Niederlagen. Wie kann man eine derartige Wiesn-Krise nächstes Jahr vermeiden? Alle Spiele absagen und verlegen?
Nino Nicotra: Wäre eine Überlegung wert vielleicht das ein oder andere Spiel zu Verlegen, allerdings gehen die Gegner genauso intensiv auf die Wiesn. Da müssen wir uns schon an die eigene Nase fassen und nicht die Niederlagen mit dem Oktoberfest begründen.
Philipp Niggl: Mit der Frage beschäftige ich mich schon länger, habe aber noch keine schlüssige Antwort darauf gefunden. Die Spiele  zu verlegen ist kein kluger Schachzug In diesem Fall müssten wir, zumindest die Heimspiele, auf Grund des fehlenden Flutlichtes am Hauptplatz auf dem Kunstrasen oder dem 2er austragen. Und ich bin immer noch der Ansicht, dass die Qualitäten unserer Truppe am Hauptplatz am besten zur Geltung kommen.
Außerdem, wenn ich an die abgelaufene Saison zurückdenke, bestritten wir am mittleren Wiesn-Wochenende ein Spiel beim TSV Forstenried um 10:45. Wir siegten souverän 4:0 und lieferten, meine Meinung nach, unsere beste Saisonleistung ab. Somit kann ich das Oktoberfest nicht als alleinigen Grund für die Krise gelten lassen. Ich denke da spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

ESV-Dahoam: Nach drei klaren Auftaktsiegen und einem Unentschieden gab es zuletzt vier Niederlagen in Serie. Wie ist dieser extreme Einbruch zu erklären?
Nino Nicotra: Das Unentschieden gegen Neuhadern würde ich und der Großteil der Mannschaft wohl auch als Niederlage verbuchen. Besorgnis erregend sind für mich unsere letzten zwei Auftritte die wir ohne Widerstand über uns ergehen haben lassen. Doch die liegen nun in der Vergangenheit und wir müssen wieder Anfangen geordneten Fußball und Einsatz zu zeigen. Das fängt schon bei der Trainingsbeteiligung und auch besonders dem Einsatz im Training an!
Philipp Niggl:  Wenn ich das wüsste, würde ich es natürlich sofort ändern. Ich denke, es ist, wie schon erwähnt, eine Kombination aus verschiedenen Komponenten. Es fehlt beispielsweise die Disziplin wieder in die Ordnung zu kommen, der Wille, der Kampf auch ein Spiel anzunehmen, in dem nicht alles wie von selbst läuft. Ein anderer Punkt könnte sein, dass wir Spieler eine gewisse Angst hatten, das mühsam Aufgebaute wieder einzureißen. Mir kommt es so vor, als wollte niemand Verantwortung übernehmen, oder auch mal ein Risiko eingehen, damit man ja keinen Fehler macht. Im Sturm und im Mittelfeld fehlt die Bewegung und der unbedingte Wille den Ball haben zu wollen. In der Verteidigung werden dann aus Panik und Mangel an Anspielstationen lange Bälle geschlagen. So kann aber kein anständiges Fussballspiel zu Stande kommen. Ich nehme mich dabei ausdrücklich nicht aus!
Aber wenn wir uns wieder auf die Qualitäten besinnen, die uns zu Beginn der Saison so stark gemacht haben, dann bin ich überzeugt, dass wir immer noch eine gute Runde spielen können. Doch damit müssen wir jetzt gegen den TSV Milbertshofen beginnen.

ESV-Dahoam: Wie geht’s jetzt bei der Ersten weiter?
Nino Nicotra: Mit einem Dreier gegen Milbersthofen. Doch vor allem eine extrem engagierte Leistung ist diesen Sonntag Pflicht. Am Donnerstag setzten wir uns noch mal zusammen, um die klare Richtung einzuschlagen. Dann steht auch der nächsten Siegesserie nichts mehr im Weg.
Philipp Niggl: Wir werden weiter intensiv an uns arbeiten müssen, denn nur so kommen wir aus diesem Tal wieder heraus. Es wäre nur wünschenswert, wenn man die Trainingsbeteiligung und das Engagement der Spieler steigern könnte. Aus diesem Grund werden wir Spieler uns in naher Zukunft zusammensetzten und alles ansprechen, was schief gelaufen ist in den letzten drei Wochen. Wir sind eine super Truppe mit lauter tollen Typen und ich denke, dass wir da auf einen Nenner kommen, uns am Riemen reißen und wieder anständig Fußball spielen werden.

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