“Der Weg ist das Ziel”

26 Sep

Interview mit Robert Tauber vom 26. September 2010 (Quelle: ESV-Dahoam)

Mit vier Siegen und einem Unentschieden startete die ESV-Reserve viel besser als erwartet in die neue Saison. Mit einem Heimsieg gegen Anadolu 2 kann der Aufsteiger heute sogar die Tabellenführung übernehmen.
ESV-Dahom hat sich mit Spielertrainer Robert Tauber über seine Mannschaft, seine Ziele und sein Erfolgsrezept unterhalten.

ESV-Dahoam:  Robert, vor der Saison lautete dein Saisonziel „Klassenerhalt“. Jetzt stehen nach fünf Spielen 13 Punkte und noch keine Niederlage auf der Haben-Seite. Hast du deine Zielsetzung schon nach oben korrigiert?
Robert Tauber: Würden wir bis zum Ende der Saison unsere Spiele mit dem Kader der letzten Wochen bestreiten, gäbe es nur ein Ziel: aufsteigen und zwar als souveräner Meister. Wir sind aber noch nicht so weit, dass wir ohne Hilfe der Spieler aus dem Kader der 1. Mannschaft oben mitmischen. Also muss man abwarten, wie es weiter geht. Abstiegskampf ist für uns aber definitiv kein Thema mehr.

ESV-Dahoam:  Du selbst hast in den letzten Wochen immer weniger gespielt und dir die Spiele mehr von der Bank als aus dem Tor oder dem Sturm angeschaut. Was ist dir lieber?
Robert Tauber: Wer ein richtiger Fußballer ist, der spielt bis es nicht mehr geht. Trainer sein macht Spaß, aber selber spielen ist viel schöner.

ESV-Dahoam:  Wie beurteilst du insgesamt die Entwicklung des ESV mit seinen drei Herrenmannschaften? Und wie siehst du die Entwicklung der Fußballabteilung generell?
Robert Tauber: Die Entwicklung der Fußballabteilung ist sensationell. Ich hab ja noch vor wenigen Jahren hier die 1. Mannschaft trainiert. Wir hatten damals einen Kader von insgesamt nur 14 oder 15 Mann. Keine Reserve, keine AH, keine A-Jugend. In der Sommervorbereitung mussten wir drei von vier Spielen absagen, weil wir keine Mannschaft zusammengebracht haben. Dann kam die neue Anlage und plötzlich ging es aufwärts. Aber auch durch die Arbeit der Abteilungsleitung und uns Trainern ist vieles besser geworden. Klaus, Mario, Afrim, Stolli, alle haben Anteil daran, dass hier etwas entstanden ist und sich in den nächsten Jahren noch weiter entwickeln wird.

ESV-Dahoam:  Was gefällt dir an der momentanen Situation – an der Mannschaft und ihren Spielern – am Besten?
Robert Tauber: Wir haben für die 2. und 3. Mannschaft ca. 40 Spieler. Alle auf einem guten A-Klassen-Niveau. Und am besten daran gefällt mir, dass jeder einzelne ein anständiger Kerl ist. Wir haben es nicht mehr nötig, irgendwelche Vollidioten im Verein zu halten, nur weil sie gut kicken können. So etwas wird es unter mir als Trainer auch nicht geben.

ESV-Dahoam:  Wo sollte sich dein Team noch verbessern? (fußballerisch wie auch vom Mannschaftsgefüge)
Robert Tauber: Verbessern können und müssen wir uns in jedem Bereich. Vor allem was die Taktik und das Spielverständnis betrifft haben wir noch einiges aufzuholen. Daran werden wir in den nächsten Wochen im Training  arbeiten.

ESV-Dahoam:  Hand aufs Herz: Hättest du nach dem eher chaotischen ersten Jahr der Neugründung der 2. Mannschaft gedacht, dass sich dort eine so homogene Truppe entwickelt? Und dass sie bereits drei Jahre später in der A-Klasse steht?
Robert Tauber: Mein Ziel war eigentlich zwei Mal hintereinander aufzusteigen. Das haben wir nicht ganz geschafft. Allerdings habe ich das Niveau in den unteren Klassen unterschätzt. So schlecht ist das gar nicht.

ESV-Dahoam:  Das ist jetzt bereits dein viertes Trainerjahr. Zu Buche stehen zwei Aufstiege und ein dritter Platz. Was ist deine langfristige Zielsetzung, bei der du sagst: Wenn wir das erreicht haben, dann hör ich auf? (die Frage darfst du ruhig mit Humor nehmen)
Robert Tauber: Der Weg ist das Ziel. Ich mache das, solange es mir Spaß macht und solange ich das Gefühl habe, dass es auch meinen Spielern Spaß macht. Und solange ich mit Menschen zusammen arbeite, die in Ordnung sind. Mit Bozo ist da wieder ein super Typ dazugekommen. Ich hoffe auch, dass Mario, Afrim, und Klaus noch lange dabei bleiben.

ESV-Dahoam:  Während – gerade in den Jahren vor Bozo Peric – die 1. Mannschaft häufig nur mit Ball trainiert hat, hast du die Zweite Gras fressen und Kondition und Schnellkraft bolzen lassen. Magaths „Medizinball Schleppen“? Oder „Wir trainieren was wir im Spiel brauchen“ alá van Gaal? Was ist deine Trainingsphilosophie?
Robert Tauber: Ich will nach dem Training das Gefühl haben, was gemacht zu haben. Und, dass mir das Training was gebracht hat. Wenn ich zwei Keeper im Training habe, können wir gerne immer Spielen. Dann kann man auch auf diese Weise effizient arbeiten.

ESV-Dahoam:  Wie ist die Zusammenarbeit mit der 1. Mannschaft. Gibt es da Wünsche und Anregungen um diese zu verbessern?
Robert Tauber: Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Und es wird noch besser, wenn wir wieder ein Vereinlokal haben wo man sie nach dem Training zusammensetzen kann.

ESV-Dahoam:  Beim Neuaufbau des Herrenfußballbereichs in den letzten Jahren wurden Mannschaftsfeiern, Weihnachtsfeiern, Wiesnbesuche und Skiurlaube eingeführt, die den Zusammenhalt ungemein stärken. Was meinst du fehlt hier noch? Wie kann man sich hier noch weiterentwickeln?
Robert Tauber: Mein Wunsch wäre ein Winter-Trainingslager. Im Februar mit der ganzen Truppe eine Woche in den Süden. Das wäre ein Traum.

Die Fragen wurden von Mario Krolo, Bozo Peric und Dennis Bohlmann gestellt.

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